Mathekram

Mathematik rein und angewandt, erforscht und unterrichtet (ein Matheblog)

Archiv für die Kategorie ‘Mathematiker’

Ein paar Links

Verfasst von neuer zA am November 29, 2008

Hier ein paar Links zu verschiedenen Themen, die freilich überhaupt nicht in Zusammenhang stehen:

Ausstellung über „Jüdische Mathematiker in der deutschsprachigen akademischen Kultur“

 Die Ausstellung ist gerade in München, wird aber im Januar nächsten Jahres an weiteren Orten zu sehen sein. Der Eintritt ist kostenlos, die dabei dargestellten Biographien (etwa von Hartogs) sind sehr interessant und auch sehr erschütternd.

Primzahlen

Die Seite www.primzahlen.de ist eine schöne Seite, auf der man sehr viel über die neuesten Primzahlrekorde erfährt sowie über das Gimps-Projekt und vieles mehr. Besonders nett ist auch, dass man Algorithmen zu Primzahlen (z.B. den Sieb des Eratosthenes) als Java-Skripte herunterladen kann.

Ein-mal-Eins-Generator

Unter der Internetseite http://www.checklisten-und-co.de/, die eigentlich eher ein Angebot für verschiedenste Checklisten sein möchte, findet sich  auch ein Ein-mal-Eins-Generator, bei dem man zwischen 1 und 49 die Multiplikationstabellen in verschiedenen wählbaren Formaten (mit Hervorhebung der Quadratzahlen, verschiedenen Farbabstufungen usw.) darstellen kann.

Offenbar ist aber ein Posterausdruck kostenpflichtig. Das muss natürlich jeder und jede selbst entscheiden.

Veröffentlicht in Mathematiker, Netzwelt, Uncategorized | Kommentar schreiben »

Der Abel-Preis und seine Schwächen

Verfasst von neuer zA am März 29, 2008

Seine Frau soll angeblich schuld gewesen sein: Das ist zumindest eine der zahlreichen Legenden, weshalb Alfred Nobel keinen Nobelpreis für Mathematik ausgelobt hat. Denn, so einer der kolportierten Geschichten, angeblich habe ein Mathematiker seine Frau verführt. Das ist bestimmt nicht richtig, aber es gehört zu den Geschichten, die sich besser anhören als diejenige, dass in Nobels Augen die Mathematik keine angewandte Wissenschaft ist. (siehe auch dieses Mathlog)

Als den „mathematischen Nobelpreis“ bezeichnet man ja gerne die Fieldsmedaille, die aber laut ihren Statuten nur an Mathematiker unter 40 vergeben wird, und dies auch nur alle vier Jahre.

Ein jährliches Großereignis einer Preisverleihung und auch die Möglichkeit, mathematische Lebensleistungen zu würdigen, ist mit der Fieldsmedaille daher nicht gegeben.

Als Ausgleich für diesen von Mathematikern empfundenen Mangel wurde der Abelpreis eingerichtet, der aber die üblichen Stärken und Schwächen hat, die solche Preise mit sich bringen: Den Rest des Beitrags lesen »

Veröffentlicht in Mathematiker | 1 Kommentar »

Abel-Preis an John Thompson und Jaques Tits

Verfasst von neuer zA am März 27, 2008

Der diesjährige Abel-Preis geht an John Griggs Thompson und Jacques Tits.

Thompson ist den Algebraikern bekannt durch den berühmten Satz von Feit-Thompson, nachdem jede endliche Gruppe ungerader Ordnung auflösbar ist. Das ist der berüchtigte 500-Seiten-Beweis, den man aber inzwischen erheblich verkürzen konnte.

Tits ist bekannt durch die Bruhat-Tits-Gebäude (erstaunlich: das deutsche Wikipedia bietet keinen Eintrag zum Thema der Gebäude im mathematischen Sinne, obwohl ganze Lehrstühle sich nur mit diesem Thema befassen).

Was an dem Abel-Preis auffällt: 

  1. Langsam sind die wichtigsten Teilsdiziplinen durchgezogen worden. Durch die Verleihung des Abel-Preises an Thompson und Tits ist die Teildisziplin der Gruppentheorie sozusagen „erledigt“. 
  2. Außerdem: Es fällt deutlich auf, dass der schon zum 6. Mal verliehene Preis noch kein einziges Mal an einen Russen gegangen ist, obwohl diese Nation etliche brillante und in jeder Hinsicht preiswürdige Mathematiker bereithält.

Veröffentlicht in Mathematiker | Kommentar schreiben »

2008 – Jahr der Mathematik

Verfasst von neuer zA am Januar 1, 2008

Das Jahr 2008 wird das Jahr der Mathematik werden. Und schnell erhebt sich die Frage: Warum eigentlich erst jetzt?

Naja, könnte man antworten, es ist ja auch nur das deutsche Jahr der Mathematik.

Es gab bereits das internationale Jahr der Mathematik (das war 2000) und man muss sich fragen, bei aller Begeisterung, die man dafür als Mathematiker zu empfinden bereit ist, was das eigentlich bringt: Jahr der Mathematik. (Für Lehrer interessant ist übrigens die Begleitseite der Telekom-Stiftung: mathematik anders machen)

Einen Vorgeschmack kann man durch Lektüre der Bilanzen der bisherigen Wissenschaftsjahre bekommen. Letztes Jahr z.B. waren die Geisteswissenschaften dran.

Es wird also, wenn man die letztjährigen Aktionen bewertet, ein paar Leuchtturmprojekte geben, ein paar publikumswirksame Auftritte sowie ein paar wohlmeinende Artikel in den Zeitungen. Vielleicht wird die eine oder andere Förderungsmöglichkeit für bestimmte Projekte eröffnet.

Im Zentrum des Mathematikjahres steht aber auch die Auseinandersetzung mit der Öffentlichkeit, was sicherlich ein heikles Thema zu werden verspricht.

Mathematik und Öffentlichkeit:

Mathematik sitzt im Ghetto der freudlosen Rechnerei – als Kultur- und Strukturwissenschaft wird die Mathematik in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen. Zwar gilt Mathe als wichtig, aber mehr zur Erlangung von Basisfertigkeiten zur erfolgreichen Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt. Dass mathematische Probleme auch den Uneingeweihten fesseln könnten, dass Mathematik auch mit Ästhetik zu tun hat, dass die scheinbar so reine Mathematik unmittelbaren Anwendungsnutzen haben kann und nicht nur ein Glasperlenspiel im akademischen Elfenbeinturm sein muss, das alles wird kaum wahrgenommen.

Mathematik braucht einen Popularisierungsschub, der durch ein solches Jahr ermöglicht werden kann

Die entscheidenden Anregungen, die bisherigen Popularisierungen kommen von außen: Das wahrscheinlich bekannteste Mathematikbuch deutscher Sprache ist der „Zahlenteufel“ von Hans Magnus Enzensberger. Der letzte große Bestseller, der Mathematik zum Gegenstand hatte, war Gödel, Escher, Bach. Den Rest des Beitrags lesen »

Veröffentlicht in Kategorifizierung, Mathematiker, Mathematikerinnen, Uncategorized | Kommentar schreiben »

Noch ein Fields-Medaillist

Verfasst von neuer zA am September 21, 2007

Noch ein Fields-Medaillist gesellt sich in die Runde der Blogger, nämlich Timothy Gowers, der im selben Jahr wie Richard Borcherds die Fields-Medaille erhielt.

Im Gegensatz zu den anderen Fields-Medaillisten behandelt Gowers recht ausführlich didaktische Fragen, die, das wird bei ihm deutlich in erheblicme Maße mit mathematisch-konzeptionellen Fragen in Verbindung stehen. Als Beispiel sei hier nur der Beitrag „How should logarithms be taught?“  erwähnt, in dem er den wahrscheinlich nicht so abwegigen aber selten so klar formulierten Gedanken äußert, dass Mathematiker häufig eher „syntaktisch“ als „semantisch“ denken.

Veröffentlicht in Mathematiker, fieldsmedaille | Kommentar schreiben »